Was sollen wir über Fehler denken?

In den letzten Wochen habe ich über ein Gespräch, das ich bei diesem CreativeMornings Event über Neugier mit einem Holländer hatte, ein paar Mal reflektiert. Er, der in der Versicherungsbranche arbeitet, betonte beim Gespräch, dass Sicherheit - seinen beruflichen Erfahrungen nach - ein zentraler Teil der Kultur der Schweiz ist. Die Frage, die ich mir selber einige Male gestellt habe und sehr gern von Schweizern und Schweizerinnen Hilfe möchte zu beantworten, ist die Folgende: Heisst der in der Kultur relativ starke Fokus auf Sicherheit, dass wir Alle sehr aufpassen müssen Fehler zu machen - und dass wir Alle vielleicht sogar Angst haben müssen Fehler zu machen?

Wenn ich über diese Frage nachdenke, habe ich momentan Folgende Gedanken: Selbstverständlich ist es kein Ziel Fehler zu machen. Auf der anderen Seite sind Fehler, so wie ich es verstehe, ein ganz normaler Teil unseres Lebens. Jede / Jeder von uns macht jeden Tag eine Menge Sachen, und es wäre - so wie ich den Mensch und die Beziehungen, die wir miteinander haben, verstehe - nicht besonders menschlich, wenn wir durch jeden Tag laufen würden ohne Fehler zu machen. Wenn wir fehlerfrei wären, wären wir - so wie ich es sehe - eher Maschinen, oder nicht?

Für mich sind Fehler Möglichkeiten zu lernen, Möglichkeiten als Individuen zu wachsen. Und ich habe gelernt, dass wenn wir über unsere Fehler offen kommunizieren können, können wir auch von einander lernen. Mit anderen Worten ist es - so wie ich es erfahren habe - zentral um eine Lernkultur zu fördern, dass wir psychologische Sicherheit schaffen, damit wir Mut entwickeln können über unsere Fehler sprechen zu wollen und so besser von Fehlern, die wir Alle machen, lernen können.

Beim CreativeMornings Event über Mut sprach ich mit einer Person, die in England geboren und aufgewachsen ist und in den letzten 30 Jahren in der Schweiz gelebt hat. Ihre zwei Söhne sind über 20 Jahre Alt. Mit den Bildungssystemen von England und von der Schweiz hat sie in ihrem Leben sehr viele Erfahrungen gemacht. Was sie mir über Unterschiede zwischen der Denkweise von Lehrern und Lehrerinnen in England und der Schweiz erzählt hat - welche Verbindung zu den oben genannten Themen hat - hat mich relativ stark berührt und erschüttert.

So wie ich sie verstanden hat, hat sie über mehrere Jahre erfahren, dass Kinder / Jugendliche, welche von Lehrern und Lehrerinnen in der Schweiz betreut werden, oft gegenüber den Lehrern und Leherinnen beweisen müssen, dass sie etwas können. In England ist es, so wie ich sie verstanden hat, umgekehrt: Es ist die Aufgabe der Lehrer und Lehrerinnen Talent zu fördern, zu dienen und zu helfen, dass jede Person ihre / seine Stärken weiter entwickeln kann.

So wie ich sie verstanden habe, sind die oben erwähnten Unterschiede in der Denkweise der Lehrer und Lehrerinnen, die in beziehungsweise England und der Schweiz arbeiten / lernen / leben, von wichtiger Bedeutung um das Selbstvertrauen von Menschen zu stärken. Sie erklärte mir, dass das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendliche in England - aufgrund der Denkweise der LehrerInnen - gestärkt wird. Auf der anderen Seite hat sie erfahren, dass das Selbstvertrauen der Kinder / Jugendliche in der Schweiz - aufgrund der Denkweise der LehrerInnen - geschwächt wird. So wie ich sie verstanden hat, ist nicht mindestens der Druck keine Fehler machen zu dürfen ein Peoblem, weil es Angst fördern kann und Menschens zurückhalten kann Neues auszuprobieren. Sie betonte, dass ihre Äusserungen über die Unterschiede nicht nur subjektiv waren aber auch so kommuniziert wurden, dass sie Unterschiede deutlicher zu verstehen waren.

Video unten via Paul Sloane.

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